Das Arsenal der Immunabwehr

Betrachtet man die Leukozyten jedoch genauer im Mikroskop, zeigt sich sehr schnell, dass sie in ihrer Gestalt deutlich verschieden sind. Damit liegt der Schluss nahe, dass sie auch unterschiedliche Funktionen im Immunsystem besitzen. Heute wissen wir, dass dies tatsächlich so ist, wir müssen also diese Gruppen von Blutzellen weiter aufschlüsseln. Damit ergibt sich folgendes Bild:

  • zirka 60 - 70 % sind Granulozyten, die man oft noch weiter unterteilt, und deren Hauptaufgabe in der Bekämpfung von Krankheitserregern liegt,
  • zirka 4 - 5 % sind Monozyten, die sich zu Makrophagen entwickeln können; sie können sowohl eingedrungene Erreger wie auch Tumorzellen abtöten, und
  • zirka 20 - 30 % sind Lymphozyten, die zu den Zellen des spezifischen Immunsystems gehören.

Diese etwas unpräzisen Prozentangaben sind darauf zurückzuführen, dass diese Einteilung noch zu stark vereinfacht ist. Heute untergliedert man die Lymphozyten noch weiter in drei Untergruppen:

  • die natürlichen Killerzellen oder NK-Zellen, die im Wesentlichen gegen virusinfizierte und Tumorzellen vorgehen,
  • die B-Lymphozyten, die zu antikörperbildenden Plasmazellen werden können, und
  • die T-Lymphozyten, die nicht nur virusinfizierte und Tumorzellen abtöten (zellvermittelte Immunabwehr), sondern im Immunsystem auch wichtige Steuerungsaufgaben übernehmen.