Autoimmune Schilddrüsenentzündung
Jeder zehnte Bundesbürger trägt die Veranlagung in sich, an einer autoimmunen Schilddrüsenentzündung (Autoimmunthyreoiditis, AIT) zu erkranken: In Deutschland sind dies 7,38 Millionen Frauen und 820.000 Männer.
Zu den Auslösern dieser Erkrankung gehört neben verschiedenen anderen Faktoren ein Mangel an Selen.
Die AIT ist eine genetisch bedingte Erkrankung und tritt meist in Lebensphasen auf, in denen die Geschlechtshormone ins Ungleichgewicht geraten, etwa in der Pubertät, nach der Geburt eines Kindes oder in den Wechseljahren.
Frauen sind daher besonders häufig betroffen. Aber auch Virusinfektionen, starker Stress oder immunstimulierende Medikamente (wie Interferon und Interleukin) können eine AIT auslösen. Die Gabe von Selen kann den Ausbruch der Autoimmunkrankheit verhindern oder zumindest deren Verlauf mildern.
Diagnostiziert wird die Entzündung der Schilddrüse allein über eine Ultraschalluntersuchung (Farb-Duplexsonografie). Ob sie bereits zu Funktionseinschränkungen der Schilddrüse geführt hat, wird dann durch weitere Hormonuntersuchungen festgestellt. Dabei kann entweder eine Normal-, eine Unter- oder eine Überfunktion diagnostiziert werden. In allen drei Fällen kann ein Selenmangel vorhanden sein, dessen Behebung einer Entzündung der Schilddrüse entgegenwirkt. Dabei gehen auch die Antikörper, die bei der autoimmunen Schilddrüsenentzündung gegen das eigene Gewebe gebildet werden, zurück.
Die häufigste Ausprägungsform der AIT ist eine Unterfunktion, welche die Schilddrüse bei der Hashimoto-Thyreoiditis durch vermehrte Gewebebildung (Kropf) auszugleichen versucht.
Die Symptome, wie zum Beispiel chronische Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depressionen, Störungen im Menstruationszyklus u.a., können bei den einzelnen Patienten sehr unterschiedlich sein und sind deshalb völlig untypisch. Die Schilddrüsenentzündung, die mit einer Überfunktion einhergeht, ist als Morbus Basedow bekannt.
Die Schilddrüse als selenreichstes Organ des Körpers ist besonders empfindlich gegenüber Selenmangel:
Zum einen schützen selenabhängige Enzyme (Glutathionperoxidasen und Thioredoxinreduktasen) das Gewebe während der Hormonproduktion vor Eigenzerstörung. Zum anderen sorgen sie (Dejodasen) dafür, dass die gebildeten Schilddrüsenhormone auch richtig wirken.
Patienten mit AIT haben meist sehr niedrige Selenspiegel im Blut. Und eine zusätzliche Seleneinnahme wirkt sich durchweg positiv auf den Erkrankungsverlauf aus, was sich bei den Patienten in einer Linderung der Beschwerden und Steigerung der Lebensqualität zeigt.